Hotspots in Jakarta

Wenn von interessanten Sehenswürdigkeiten in Jakarta die Rede ist, so können Einheimische und auch ehemalige Besucher sicherlich hunderte an “Hotspots”, d. h. an “wichtigen Plätzen” aufzählen. Doch sei nun in diesem Beitrag direkt auf die kulturelle Bedeutung Jakartas Bezug genommen:

Nämlich die Museenlandschaft ist nicht zu unterschätzen und von durchaus historischer Bedeutung. Jeder, der Jakarta im Kontext der Zeiten und der Mentalitäten einschätzen lernen möchte, vermag dies am ehesten durch den Besuch der Museen, von denen wir nun einige vorstellen möchten.

Südasiatische Kultur und Kolonialzeit

Im Zentrum des alten Rathausplatzes (örtlicher Name: “Taman Fatahillah”) befindet sich das “Jakarta-Museum”. Dieses Gebäude entstammt aus dem Jahre 1710 – zunächst wurde es als Rathaus, dann als militärisches Hauptquartier und nach dem 2. Weltkrieg zunächst wiederum als Verwaltungssitz (West-Javas) genutzt.

Doch seit 1974 beherbergt es als historisches Museum eine Sammlung von alten Landkarten, Möbeln, Waffen und anderen Artikeln aus der Kolonialzeit. Ein wichtiges Merkmal südostasiatischer Kultur ist das Puppentheater. So präsentiert nun das “Wayang”-Museum in Jakarta, an der Westseite des Rathausplatzes, Schattenspielfiguren, Stabpuppen sowie andere Elemente, die für Aufführungen benötigt werden.

Indonesische Keramiken und Malerei sind nun im entsprechenden Museum (örtlicher Name: “Balai Seni Rupa”) untergebracht. Dieses Gebäude entstand im Jahre 1870 – und wurde früher als Justizpalast genutzt. Es ist gelegen an der Ostseite des Rathausplatzes und führt den Besucher in die Werke der indonesischen Maler (auch der Gegenwart) ein.

Das Nationalmuseum: Indonesien im Spiegel der Zeiten

Das Nationalmuseum nun ist mit das größte und am besten ausgestattete in ganz Südostasien. Es wurde bereits 1868 von der niederländischen Kolonialregierung gegründet – hier wird dem Besucher anhand der breiten Palette der Ausstellungsstücke umfangreiches Wissen über das Kunstgewerbe, die traditionelle Kunst, Inseln und Vulkane und auch über die Völker und ihre Bräuche vermittelt. Das Museum trägt auch den Namen “Gedung Gajah”, zu Deutsch: “Elefantengebäude”.

1871 nämlich überreichte der thailändische König Chulalongkorn (1853-1910) dem Museum einen Elefanten aus Bronze. Hinduistische Kunstwerke werden ausgestellt – ebenso Porzellan verschiedener Zeitepochen (Ming-, Tang-, Hanzeit). Die prähistorische Abteilung geht auch auf den “Java-Menschen” ein (“Homo erectus”)  – buddhistische und hinduistische Statuen, Steininschriften sowie Kultgegenstände sind ebenfalls zu besichtigen.

Chinesisches Porzellan und Tonwaren, die vor 2.000 Jahren hergestellt wurden, werden ebenfalls an diesem Ort in Jakarta bewahrt und sind der Öffentlichkeit zugänglich. Doch nicht nur die Museen als solche sind und bleiben kulturelle Anziehungspunkte am Ort: Baron Friedrich von Wurmb aus Thüringen (1742-1781) überließ dort sein im klassizistischen Stil eingerichtetes Haus der Nachwelt  – auch war er es, der die örtliche Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft begründete und somit den Grundstein für Nationalmuseum und Nationalbibliothek  legte.